Warum ist es um dieses Thema so still? Jeder ahnt es, keiner redet darüber…

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„Kürzlich las ich eine Statistik! Ich war erschüttert. Jede vierte Frau erlebt in Deutschland Gewalt. Jede vierte Frau! Wenn ich in der vollen S-Bahn sitze, sehe ich in die Gesichter – jede vierte Frau. “Das macht mich wütend und traurig“, erzählte Tina Fischer, Vorsitzende der SPD-LDS.

Gewalt gegen Frauen, besonders die häusliche Gewalt, ist oft ein Tabuthema. Frauen erleiden Gewalt als Stalking, bei Belästigungen, durch seelische, körperliche oder sexuelle Gewalt. Die Grenzen sind fließend. Es betrifft Nachbarinnen, Freundinnen, Familie. Die wenigsten reden darüber. Die Dunkelziffer ist leider deutlich höher.

In Deutschland gibt es jeden Tag einen polizeilich registrierten Tötungsversuch an einer Frau. Jeden dritten Tag stirbt eine Frau durch Gewalt von ihrem Partner oder Ex-Partner. In der Corona-Pandemie (und den damit verbundenen Lockdowns) ist die Zahl der Fälle, auch bei uns, dramatisch angestiegen.

Dieses Problem muss offen benannt werden. Deshalb veranstaltet die SPD Dahme-Spreewald am 25. November einen kreisweiten Aktionstag zum Thema „Hilfe bei Gewalt gegen Frauen“. Dieses Datum ist nicht zufällig gewählt. Der 25. November ist seit dem Jahr 1999 der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. An vielen Orten finden daher Veranstaltungen zu diesem Thema statt. Es werden Fahnen vor Rathäusern gehisst oder Podiumsdiskussionen und Fachgespräche veranstaltet.

„Das reicht uns nicht. Es ist sicher kein Wohlfühl-Thema, aber mir ist es wichtig, dass wir offen darüber sprechen und die Menschen auf konkrete Hilfestellungen hinweisen“, so Tina Fischer.

Unter anderem in Golßen, Eichwalde, Wildau, Luckau, Königs Wusterhausen und weiteren Orten in Dahme-Spreewald wird die SPD die Menschen auf der Straße ansprechen, sensibilisieren und ihnen Informationsmaterial mitgeben.

„Politisch haben wir schon einiges auf den Weg gebracht“, erklärt Martina Mieritz, aus der SPD Kreistagsfraktion. „Auf unseren Antrag wurden im Kreistag der Schutz für die Opfer von häuslicher Gewalt verbessert. Wir bekennen uns als Landkreis zur Istanbul-Konvention (Vorbeugung und Hilfe bei Gewalt gegen Frauen), finanzieren Gewaltschutzprojekte und die Frauenschutzwohnungen.“ „Bundesweit gibt ebenfalls eine Vielzahl von Hilfsangeboten. Jeder sollte diese Hilfsangebote kennen! Das ist unser Ziel mit dieser Aktion“, ergänzt die Königs Wusterhausener Stadtverordnete Katharina Knaack.

Das Thema Gewalt gegen Frauen ist ein drängendes Thema.  „Ein Aktionstag wie dieser kann helfen, das Thema in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Jeder ist gefragt! Denn wenn es öffentlich diskutiert wird und Hilfsangebote bekannt sind, fällt es betroffenen Frauen hoffentlich leichter, sich Hilfe zu holen.“, erklärt Tina Fischer abschließend.